Allgemeine Geschäftsbedingungen

Auszug: aus der DTV - Reihe (Deutscher Tourismusverband) -  Recht in der Praxis. 

Hier: Stornierung eines Beherbergungs- oder Mietvertrages 

Immer wieder gibt es Ärger, wenn ein Gast eine bereits gebuchte Unterkunft storniert. Oft weiß dieser selbst nicht, wie er sich in so einem Fall verhalten muss. Häufig ist auch der Hotelier / Vermieter über die Rechtslage nicht ausreichend informiert. Wir haben diese Regelung für unsere Ferienwohnung Qi im Kaiserhof auf Norderney, übernommen. 

 

I. Grundsatz

Ob ein Gast ein Hotel- oder ein Privatzimmer, eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus mietet, immer gilt der Grundsatz: Gebucht ist gebucht. Eine Stornierung ist nur innerhalb von 24 Stunden unentgeltlich. 

Das heißt: Wer eine Unterkunft angemietet hat, hat sich damit auch verpflichtet. Dies gilt sowohl bei einem Beherbergungsvertrag als auch bei einem Mietvertrag.

 

ZUR BEGRIFFLICHKEIT:

Bei der privaten Unterkunft in einer Ferienwohnung, wenn die Vermietung direkt durch den Eigentümer erfolgt, wird ein Mietvertrag abgeschlossen. Der Beherbergungs- bzw. Mietvertrag ist geschlossen, sobald die Unterkunft bestellt und zugesagt ist. Für den Fall, dass eine Zusage zeitlich nicht mehr möglich war, reicht es sogar, wenn der Hotelier/Vermieter die Unterkunft bereitstellt. Storniert der Gast den Vertrag, so bleibt er zur Zahlung des vereinbarten Mietpreises trotzdem verpflichtet. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange vor seinem Reiseantritt er storniert hat. Auch aus welchem Grund er storniert hat – Krankheit, zu viel Arbeit, keine Lust mehr – ist nicht entscheidend.

 

II. Ausnahme

Allerdings gibt es eine einzige Ausnahme: ein Fall von so genannter höherer Gewalt.

 

III. Reiserücktrittskosten-Versicherung

Es wird ausdrücklich eine Reiserücktrittskosten-Versicherung empfohlen.
Wer sich absichern will, kann eine Reiserücktrittskosten - Versicherung bei seinem Versicherer abschließen. Dann erstattet das ausgewählte Versicherungsunternehmen die anfallenden Stornokosten. Dies gilt nur bei Krankheit und bei einem Unfall. In der Regel greift die Reiserücktrittskosten-Versicherung ausschließlich in akuten und unerwarteten Fällen. Beispiel: plötzliche Blinddarmreizung

 

IV. Kosten

Grundsätzlich bleibt der Gast zur Zahlung des vereinbarten Preises verpflichtet. Der Vermieter muss aber seine ersparten Aufwendungen – zum Beispiel für Strom, Wasser oder auch Frühstück – davon abziehen. Dazu gibt es eine ständige Rechtsprechung, die folgendes vorsieht:

 

IV. Kosten

1. Zimmer mit Frühstück – Abzug von 10 bis 20 Prozent

2. Halbpension – Abzug von 30 Prozent

3. Vollpension – Abzug von 40 Prozent

4. Ferienwohnung - Abzug von 5 Prozent

 

Beispiel zu Punkt 4: Für eine Ferienwohnung war ein Preis von EUR 400 vereinbart. Davon zieht der Vermieter 20 Euro, d.h. 5% ab. Der Mieter zahlt noch EUR 380,00.

Es gibt eine Ausnahme dieser Zahlungsregel: Wenn die Unterkunft zum fraglichen Zeitpunkt ganz oder teilweise anderweitig vermietet werden konnte, muss der verhinderte Gast den vereinbarten Preis nur noch teilweise oder gar nicht mehr zahlen. Es fällt auf jeden Fall die Bearbeitungsgebühr in Höhe von EUR 40,00 an.
Der Vermieter wird sich auf jeden Fall bemühen, die Unterkunft anderweitig zu vermieten.
 

V. Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Ein Beherbergungsbetrieb kann in seinen AGB pauschale Stornogebühren festschreiben.  Diese liegen bei der Ferienwohnung Qi bei 95% der Übernachtungskosten. Hinzu kommt eine Bearbeitungsgebühr von EUR 40,00.   

VI. Mietkaution 

Normalerweise dient die Mietkaution bei Verlust für den Transponder und bei Schäden in der Wohnung. Die Mietkaution kann aber auch einbehalten werden, wenn der Gast gegen die Hausordnung im Kaiserhof verstößt. Das betrifft auch Lärm- und Geruchsbelästigung, wo andere Gäste im Kaiserhof betroffen sind und der Vermieter entsprechend schlichten muss.   

 

VII. Gerichtsstand ist Weinheim.